Katrin Laade

"Großes Gelb"

Zur Malerei von Katrin Laade

Festlich, heiter, teils wie ein Feuerwerk inszeniert, teils magisch aufgeladen – so präsentieren sie sich, die Bilder von Katrin Laade.

Große und kleine Kreise, Rechtecke, Rauten, da und dort ein Herz, ein Auge, Sterne und Sternchen, ja wie von Kinderhand gemalte Blütenköpfe, hier und da mit dem Pinsel ironisch umhäkelt, positionieren sich in vielfältiger Gestalt und Farbigkeit vor, hinter und zwischen, das gesamte Bildformat ausfüllenden, kurvigen oder kantigen Bändern oder Rapporten aus geometrischen Mustern, die als eine Art Ordnungssysteme das Bildgeschehen strukturieren.
Die choreographische Inszenierung der einzelnen Bildelemente folgt dabei vielmehr einem Neben- und Miteinander als einer Subordination nach den Regeln hierarchischer Leitlinien.

Je nach motivischer Ausstattung des Bildfonds lässt sich die Situation – ob im rechteckigen Bildformat oder im kreisrunden Tondo - in ein eher sphärisches, vegetabiles oder technoides Milieu vor taghellem oder nachtschwarzem Grund verorten. Mehr allerdings wird über den Ort des Geschehens nicht preisgegeben.

Katrin Lade „erlaubt sich“ - so ihre eigenen Worte – eine Formenwelt zu erfinden, die ganz und gar und ohne Rücksicht auf den Betrachter ihren eigenen Ansprüchen genügt, indem sie sich diese im Prozess aneignet, sich diese „ermalt“, teilweise auch wieder „zermalt“ , so lange, bis die Qualität erreicht ist, die das Bild bedarf, um zu einer mit Evokationskraft ausgestatteten farb- und formpotenten Szenerie geworden zu sein.

Schon immer gefesselt von Schildern und Emblemen, die uns eine Haltung, eine Gangart, eine Stimmung im Jetzt und Hier auferlegen, setzt die Künstlerin ihre so vermeintlich leicht und spielerisch anmutenden Bildmotive metaphorisch für das Spektrum dessen ein, wie sich Lebensrealität und Lebensgefühl ihr darbieten.

In der Gewissheit darüber, dass Eindeutigkeit einer Illusion unterliegt, stellt sie die Entschlüsselung ihres dafür persönlich geschaffenen Vokabulars dem Betrachter anheim, überzeugt davon, sich mit diesem dialogisch in einer Sphäre aufzuhalten, die sich aus Erfahrungen und Fragen an dieselbe Gegenwart schöpft. Diese zu teilende Gegenwart von ihr und uns versteht sie gestalterisch in eine Bildsemantik umzusetzen, die Spielerisches mit Bedrohlichem und Mahnendem verbindet.

Im Spannungsbogen virtuoser Malerei und - angesichts des authentisch zu definierenden Imaginären - unprätentiös vollzogenen Duktus vermögen die Bilder von Katrin Laade uns dort zu treffen, wo sich ein Stück Wirklichkeit artikuliert, das weder Worte, Begriffe noch Definitionen nötig hat.

© Anja Rumig, Kunsthistorikerin, Stuttgart

Katrin Laade
1964 geboren in Stuttgart
1983 – 88 Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, Studium bei Jan Dibbets
1988 – 90 De Ateliers, Haarlem, NL, Stipendium NL und EU
1990 – 96 werkbeurs, basisbeurs (Stipendien des FvBK)
1988 – 95 lebt und arbeitet in Amsterdam, NL
1995 – jetzt lebt und arbeitet in Düsseldorf
2008 – 2012 Lehrauftrag an der Folkwang-Hochschule
Seit 2004 Lehrauftrag an der Universität Duisburg-Essen
Seit 1991 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

Eröffnung: Fr, 26.01.2018, 19.00 Uhr, Sudhaus Tübingen, Galerie peripherie

Einladung (PDF 382 KB)

Weitere Informationen zur Künstlerin unter
http://www.katrinlaade.de


Öffnungszeiten:
Do bis So, 17 - 20 Uhr
Galerie peripherie, Hechinger Straße 203, 72072 Tübingen
www.galerie-peripherie.de
www.sudhaus-tuebingen.de

 

 

"Großes Gelb"
galerie peripherie tübingen
27.01. - 11.03.2018

 




Foto: © Wendelin Bottländer, Düsseldorf

„Großes Gelb“, 2017, Öl auf Nessel, 200 cm x 220 cm

 

 

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