Videoprogramm September

 

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Mittwoch 21. September 2005 - 20 Uhr
Eröffnungsveranstaltung "Ein Zentrum in der peripherie"

die\\medien\kunst\rolle 2003, 85 Minuten

20 beispielhafte internationale Kunstvideos (shortfilm, Animation, Experimentalfilm) aus elf Jahren \\internationaler\medien\kunst\preis, darunter Beiträge von Tracey Emin, Dara Birnbaum, Ira Schneider, Eija-Liisa Ahtila, Corinna Schnitt und Paul Garrin. Produziert wurde die »Rolle« von ZKM und SWR in Zusammenarbeit mit der MFG [Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg].

 

 

 

 

 

 

EXTRA - Samstag 24. September 2005 - ab 14 Uhr

Tag der Offenen Tür im Sudhaus, Tübingen / Eintritt frei
"Ein Zentrum in der peripherie" zeigt:

X Characters / RE:(hers)AL 2004, 74 Minuten (Loop)
Constanze Ruhm, Österreich

X Characters: RE[hers]AL löst sieben weibliche Charaktere Ikonen aus der Geschichte der Kinomoderne von ihren filmischen Vorlagen, und führt sie als Gruppe von Reisenden zusammen, die in der Boarding Area eines Flughafens festsitzt. Vom Weg abgekommen und von ihren historischen Routinen befreit, beginnen die sieben Charaktere jede auf ihre Weise in dieser neuen Situation zu agieren: Sie begegnen einander an einer Kreuzung, die sich als Warteschleife tarnt. Dort überschneiden sich verschiedene Routen, und neue Muster entstehen, als diese Schlafwandlerinnen, Androiden, Phantasmen, Prostituierte, Schauspielerinnen, Krankenschwestern und Selbstmörderinnen beginnen, Beziehungen zu entwickeln und neue Verhaltensweisen an den Tag zu legen, um die Leerstellen ihrer Scripts entlang einer spekulativen Orientierung in eine ungewisse Zukunft miteinander kurz zu schliessen. Die Koordinaten der Kompasse werden neu ausgerichtet, neue Scripts enstehen, um die alten Scripts voneinander zu differenzieren und diese in andere Richtungen zu orientieren. So wird eine Kosmologie veränderlicher Identitäten kartografiert, die von den neuen Stimmen der Charaktere strukturiert wird. Diese Stimmen entstehen und formen sich in Differenz zu den ursprünglichen Rollen, entlang eines zeitgenössischen Begriffs von Scripting, der zwischen Film, Theater und Chatroom operiert, um so eine hybride Medienidentität zu produzieren.
Über den Zeitraum eines Jahres trafen eingeladene TeilnehmerInnen in regelmässigen Abständen in einem Chatroom zusammen, um in einer improvisierten Chat-Gruppe jeweils eine der Figuren zu verkörpern. Zu moderierten Themen und Situationen entstanden Diskussionen und Dialoge, innerhalb derer die Teilnehmerinnen die ursprünglichen Profile der Charaktere rekonfigurierten und adaptierten. So operierten sie im Zwischenraum von eigener Identität und dem Begehren der ursprünglichen Figur.
Die Ergebnisse, die aus dieser ersten performativen Bewegung entstanden, wurden als Grundlage für ein Drehbuch verwendet. Das daraus entstandene Script zeichnet sowohl die Passagen der Charaktere wie auch die Riten der Geschichten auf. Es wurde mit sieben Berliner Schauspielerinnen als theatralische Inszenierung realisiert, die auf Video aufgezeichnet wurde.

Die Künstlerin Constanze Ruhm war neben Einzelausstellungen u.a. in London, Wien und New York an zahlreichen international renomierten Gruppenausstellungen beteiligt, insbesondere im Rahmen des österreichischen Beitrags The Media Pavillion zur 46. Biennale von Venedig 1995.

X Characters: RE(hers)AL releases seven female characters from seven different movies - each an icon from the history of modernist cinema - and joins them together as a gang of fellow travelers stuck in the boarding area of an airport. Detoured and out of their historical routines, the seven characters begin to get their bearings in that situation - a crossroads disguised as a holding pattern. Routes intersect, and new patterns emerge as these sleepwalkers, androids, phantasms, prostitutes, and murder victims start to establish relations and new forms of behavior to connect the gaps in their scripts along the lines of a speculative orientation towards an unknown future. The compass points are drawn as the relations begin. New scripts orient the old scripts from one another and in every direction, to map out a cosmos of shifting identities which is structured by the characters' voices. These voices emerge and shape in contradistinction to their original roles and along the contemporary notion of joining scripts between film, theater, and chat, and then back again, to a hybrid form of media identity.
Over the course of a year, invited participants met on a regular basis in a chat room where each embodied one character in the framework of an improvisational performance chat group. Discussions and dialogues were developed around moderated subjects and situations. The participants were meant to reconfigure and adapt the characters' original profiles, thus operating in the gap between their own identities and the characters' desires.
The results obtained within this first performative movement were used as basic outline for a script, which was edited and transformed. This script charts the movement of both the character's passage and the rites of the story, and was finally realized as a staged performance with seven Berlin-based actresses to be recorded on video.

Constanze Ruhm: Solo exhibitions in Berlin, Vienna, New York among others and numerous, international renowned group exhibitions. 1995 Austrian Pavilion, La Biennale di Venezia,
46. Esposizione Internazionale d'Arte.

   

Mittwoch 28. September 2005 - 20 Uhr

"Ein Zentrum in der peripherie" zeigt:

BergBildBand 2004, 37 Minuten
Nik Kern, Köln

In ihrer mehrteiligen Videoarbeit BergBildBand untersucht Nik Kern die Alpenidylle aus der Sicht des Städters. Idealbilder der unverdorbenen Berglandschaft, die schon über Supermarktprodukte suggeriert werden, finden ihre Entsprechung vor Ort in den perfekt angelegten Touristenschauplätzen.
In Form von Dokumentation und Inszenierung ergründet Nik Kern die voranschreitende Verkitschung der Alpen, deren Wirklichkeit sich nicht mehr von Wunschvorstellung und Klischee befreien kann. Denn wir schützen nicht die Natur, sondern das Bild, das wir von ihr haben.

In her video work with several parts "BergBildBand" Nik Kern examines the alp idyll from the point of view of a city dweller. The ideal images of an unpolluted mountain landscape, that are already suggested by supermarket products, find their equivalent in the perfectly arranged tourist sites.
In form of documentations and productions, Nik Kern shows the on-going "kitschyfication" of the Alps. Their reality cannot be set free from clichés any more. Because we do not only protect the nature, but also its image, that we have.


Adiu Monde 1997, 27 Minuten (OmeU)
Sandra Kogut, Brasilien

Wahre Geschichten wurzeln oft in Legenden. Auf der Suche nach authentischen Bildern gelebter Tradition begibt sich die Filmemacherin Sandra Kogut in ein "typisches" Pyrenäendorf. Was echt aussieht, wissen die Bewohner bestens. Deren vielfältige Medienerfahrungen führen für die Künstlerin und die Zuschauer zu überraschenden Wendungen. Die intelligente Konstruktion der Geschichte lässt es für uns nie eindeutig werden, was Dokumentation und was Inszenierung ist. Auf der Spur der Legende von Pierre und Claire zersplittert sich die Geschichte in einander widersprechende Erzählfragmente. Dadurch entsteht ein interaktives Spiel mit dem Zuschauer, das sonst eher den neuen Medien zugewiesen wird. Die Künstlerin beweist dadurch, dass das, was als neue Form medialer Kommunikation verstanden wird, oft den Vorsprung im Einfachen hat: dem Dorfgespräch.

From the beginning of time, love stories have withstood everything : folklore, lies, mountains and deserts. Nothing is ever entirely false in the stories one tells oneself or tells others. The only important thing is the feeling of eternity that sometimes overcomes us after a glance, a caress or a word. ADIU MONDE, shot in the Pyrenées, is a hybrid documentary, a disturbing narrative, an eternal love story, mingling shepherds, butchers, passers-by, tourists, old ladies and young people from there or elsewhere. With that video, Sandra KOGUT reaches a new level of emotion, generosity and rare pleasure.

   

 

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